Ein Buddelschiff symbolisiert den Inbegriff der Seefahrerromantik. Das Modell - meistens eines Segelschiffes - das in einer Flasche arrangiert ist, erinnert wie kein anderes Kleinod an das Meer, die Seefahrt und das Leben der Seeleute. Schnell hört der Betrachter die tosenden Winde, die Rufe der Matrosen und fühlt sich von Wellenbergen umgeben. Die ersten Buddelschiffe wurden von Seeleuten zur Zeit der Großsegler gegen Ende des 18. Jahrhunderts gefertigt. Wenn Flaute herrschte, dümpelten die Schiffe oft wochenlang über die Ozeane und die Seefahrer suchten nach einer Beschäftigung, um sich die Zeit zu vertreiben. Also bauten sie sich Miniaturansichten "ihrer" Schiffe und schoben sie in kleine Flaschen, die sie vorher natürlich in geselliger Runde gelehrt hatten. So entstand die typische Optik der Buddelschiffe und auch die geheimnisvolle Aura, die sie umgibt. Denn wie kommt das Schiff durch den Flaschenhals? Lange Zeit glaubten die "Landratten" das Seemannsgarn, das die Matrosen in den Häfen über ihre kleinen Kunstwerke verbreiteten. Man erzählte sich von einer geheimnisvollen Flüssigkeit, die die Hand so geschmeidig und dehnbar machte, das die Seeleute die Buddelschiffe direkt in der Flasche montieren konnten. Heute weiß jedes Kind, das Buddelschiffe außerhalb der Flasche komplett zusammengebaut werden und der Trick, das Schiff durch den Flaschenhals zu transportieren, darin besteht, das die Takelage - der Aufbau der Masten und Segel - klappbar ist. Doch auch wenn das große Geheimnis gelüftet ist, haben Buddelschiffe nichts von ihrer Faszination verloren. Auch heute dürfen in keiner Kapitänswohnung Modelle der eigenen Schiffe oder legendärer Großsegler fehlen. Immernoch wird in aufwendiger Handarbeit das Schiff gestaltet und in der Flasche ausgerichtet. Auch viele Laien sind vom Meer und der Seefahrt so begeistert, das sie ihren Kaminsims oder einen anderen privilegierten Platz mit einem Buddelschiff schmücken. |